Mobilisierungsveranstaltungen Berlin:

,,100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg.
Damals wie heute: Gegen jeden Krieg!'‘

07.01.2014 | 19.30 Uhr | SO36 | Oranienstr. 190

,,Das Jahr 1914 stellt eine Zäsur für die Arbeiterbewegung dar: Die internationale Sozialdemokratie verfiel, bis auf wenige Ausnahmen, dem nationalen Kriegstaumel. Die Arbeiterparteien stimmten in den Parlamenten ihrer Länder für den Krieg der imperialistischen Konkurrenz und führten so die Arbeiterbewegung in den Ersten Weltkrieg. Millionen Menschen wurden in diesem Krieg verwundet, vertrieben und getötet. Die Zustimmung zum Krieg war der Abschied vom proletarischen Antimilitarismus und der internationalen Solidarität in der Zweiten Internationale. In Deutschland waren nur Wenige in der Führung der SPD gegen den Krieg und die eingeschlagene „Burgfriedenspolitik“. So war Karl Liebknecht der einzige Abgeordnete im Reichstag, der sich auf der Sitzung im Dezember 1914 gegen den Krieg aussprach. Auch Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Franz Mehring gehörten zu den entschiedensten Gegnerinnen und Gegner des Krieges. Sie riefen die Arbeiterinnen und Arbeiter auf, sich der Kriegstreiberei zu entziehen und an den Prinzipien der internationalen Solidarität festzuhalten. Für Luxemburg und Liebknecht stand der Hauptfeind im eigenen Land: Es war die Bourgeoisie, die vor, während und nach dem Krieg das Proletariat ausbeutete und vom Leid und Elend der Massen profitierte.

Antimilitarismus, internationale Solidarität und der Kampf gegen imperialistische Kriege sind zentrale Bestandteile eines linken Selbstverständnisses und linker Politik. Die Frage von Krieg und Frieden ist immer noch aktuell: Ob in Syrien, Mali oder der Zentralafrikanischen Republik; oder ob das Töten wie in Afghanistan als „humanitärer Einsatz“; bezeichnet wird. Auch heute geht es darum den Kriegen den Krieg zu erklären. Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken heißt, sich gegen jedweden imperialistischen Krieg auszusprechen und eine klare antimilitaristische Position auf Grundlage der internationalen Solidarität zu beziehen. Der Aufbau einer solidarischen, friedlichen und gerechten Gesellschaft ist nur möglich durch die Überwindung des Kapitalismus, der immer wieder neue Kriege hervorbringt.'‘

Im Rahmen der Mobilisierung zur Liebknecht-Luxemburg-Demonstration 2014 wollen wir die Frage des Antimilitarismus aus historischer und aktueller Perspektive diskutieren. Wir haben dazu eingeladen:

Kurt Pätzold (Historiker, Berlin); Ralf Hoffrogge (Historiker, Berlin); Sevim
Dagdelen (MdB, Die.Linke), Patras Bwanski (African Refugee Union)

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Berlin (ALB)

___________________________________________

,,Zum ,Friedhof der Sozialisten‘,
der traditionellen Totenehrung und
dem Wesen der revolutionären Bewegung'‘

06.01.2014 | 20:00 Uhr | Grünberger Straße 73
09.01.2014 | 20:00 Uhr | Bernkasteler Straße 78

,,Die Liebknecht-Luxemburg-Demonstration geht auf eine Gedenkveranstaltung von USPD und KPD für Gefallene des Januaraufstandes 1919 in Berlin zurück. 32 Tote wurden am 25.1.1919 auf dem Friedhof Friedrichsfelde beerdigt. Darunter auch Karl Liebknecht und – bis zur Auffindung ihrer Leiche zunächst symbolisch – Rosa Luxemburg. 1926 ließ die KPD an diesem Ort ein Revolutionsdenkmal errichten, um damit ihren Alleinvertretungsanspruch auf die revolutionäre Bewegung zu manifestieren. Von den Nazis abgerissen, wurde das Denkmal nicht wieder aufgebaut. Stattdessen entstand die heutige Anlage, die als „Nationalfriedhof der DDR“ bezeichnet werden kann. Auch heute noch pilgern alljährlich im Januar tausende Linke aller Strömungen zu den Gräbern, obwohl die Widersprüchlichkeiten untereinander immer deutlicher zutage treten. Ein Vortrag über den „Friedhof der Sozialisten“, die traditionelle Totenehrung und das Wesen der revolutionären Bewegung.'‘

Referent: Bernd Langer von der Initiative Kunst und Kampf.

VeranstalterInnen: North East Antifascists [NEA] Berlin

___________________________________________

,,Lampedusa, Hamburg, Berlin: Rassismus in Zeiten der Krise!'‘
08.01.2014 | 19.30 Uhr | SO36 | Oranienstr. 190

,,Autoritäre Lösungsvorschläge in Zeiten der Krise gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ein Blick nach Griechenland, Ungarn oder Italien zeigen, wie schnell rechtspopulistische und faschistische Parteien und Organisationen aufsteigen, in die Parlamente einziehen und eigene Akzente im politischen Krisenverlauf setzen können. Die Organisierung von rassistischen Pogromen in den Ländern der Krise, ist nicht nur eine kapitalistische Begleitmusik der verschärften Verhältnisse. Diese Entwicklung ist vor allem dort am heftigsten, wo die Mitte der Gesellschaft und die bürgerlichen Eliten gemeinsam mit Neonazis und anderen rechten Parteien und Organisationen einen rassistischen Konsens etablieren. Egal ob es um Ressentiments oder um gezielt geschürte rassistische und faschistische Hetze geht: Betroffen sind Menschen, die auf der Suche nach Schutz sind; Menschen, die nicht als Teil der sogenannten Leistungsgesellschaft angesehen werden. Der bürgerliche Staat fördert nicht nur durch den von ihm betriebenen institutionellen Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung. Er unterstützt ebenso aktiv Isolations- und Folterpraxen. Zudem hilft er beim Aufbau faschistischer Mörderstrukturen und lässt sie gewähren. Dies zeigte in der Bundesrepublik am deutlichsten der NSU-Komplex. Dies zeigt aber auch die breite Zustimmung weiter Teile der griechischen Polizei zur faschistischen „Chrysi Avgi“. ‚‘

Über die Verflechtungen zwischen kapitalistischer Krise, Rassismus als Ideologie und Praxis sowie die Rolle des bürgerlichen Staates wollen wir mit einem Refugee-Aktivisten, Koray Yilmaz-Günay (Rosa-Luxemburg-Stiftung), Martina Renner (Autorin und MdB, Die.Linke) und einer Vertreterin der Blockupy Plattform Berlin diskutieren.

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Berlin (ALB)

___________________________________________

,,Wie gedenken, woher wir kommen, wohin wir wollen?
Oder ist mir egal wer Rosa und Karl ist?'‘

10.01.2014 | 19.00 Uhr | Jockel | Ratiborstr. 14c

,,Die Geschichte der Linken ist geprägt von großen Siegen und Niederlagen. Gleichwohl bleibt das Ziel aber auch weiterhin die kapitalistischen Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes Wesen ist, zu überwinden und stattdessen eine Welt aufzubauen, in dem ein Leben in Würde für alle verwirklicht sein wird. Es gab immer wieder Momente, in denen der Sieg der Menschheit näher war, als die aktuellen Niederlagen es vermuten lassen. 1918 erhob sich in Deutschland das Proletariat gemeinsam mit den Soldaten. Sie richteten ihre Gewehre nicht mehr gegen die „Klassenbrüder“; der anderen Länder, sondern gegen die Ausbeuter der nationalen Bourgeoisie.

In diesem Kampf für Sozialismus, wurden neben so vielen anderen, auch Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Seit 1918 gedenken Linke, Jahr für Jahr, sowohl offen und kämpferisch, als auch im Geheimen und Verborgenen wie unter der Herrschaft des Faschismus. Sie sind Teil der Geschichte geworden, für eine Linke, die noch weiß, dass eine andere Welt möglich ist. An die beiden Revolutionäre und all die anderen sowie auch ihren Kämpfe zu erinnern, bedeutet auch, die Frage nach der Revolution zu stellen und heißt die Überwindung des Kapitalismus zu fordern- nicht allein mit schlauen Worten. Heutzutage linke Geschichte zu schreiben, zu erzählen und an das zu erinnern, was wichtig war und ist, aber auch zukünftig, für das was wir befreite Gesellschaft nennen, wichtig sein wird. Das heißt zum einen die eigene Geschichte zu reflektieren, zum anderen zu wissen was wir im Hier-und-jetzt wollen. Um mit dem Schlechtem zu brechen und in das Bessere von morgen zu wenden. Das Gedenken muss sich daher auch immer im Aktuellen wiederfinden und damit in Verbindung gesetzt werden: ob im Kampf gegen Rassismus und Neokolonialismus oder dem Widerstand gegen Krieg, Imperialismus und Faschismus.

Es gilt weiterhin eine linke Kontinuität des Widerstandes zu bewahren. Wir wollen darum gemeinsam mit Genossinnen und Genossen über linkes Erinnern und Gedenken diskutieren. Wir wollen aber auch die Frage stellen, wie es mit dem Umgang mit dem Vergangenen zur Zeit bestellt ist und wie dies andere machen? Wo und was kann und sollte gedacht und erinnert werden? Und warum ist das Gedenken an Liebknecht und Luxemburg aktuell, und wie gestaltet es sich auf der jährlichen Demonstration?'‘

Auf dem Podium sprechen: Antifaschistische Linke International [A.L.I.], Antifaschistische Linke Berlin [ALB], Ellen Brombacher (Bündnis zur Vorbereitung der Liebknecht-Luxemburg-Demonstration), Die Linke.SDS Berlin (angefragt)

VeranstalterInnen: Antifaschistische Linke Berlin (ALB)

___________________________________________

Mobilisierungsveranstaltung Frankfurt/M:

,,Zur Aktualität des Werks von Rosa Luxemburg'‘
04.01.2014 | 19:00 Uhr | Klapperfeldstraße 5

„Vor 100 Jahren begann mit dem ersten Weltkrieg eines der größten Gemetzel der Menschheitsgeschichte: Die europäischen Großmächte wandten sich in imperialer Konkurrenz gegeneinander und hetzten die Arbeiterklassen ihrer Länder auf die Schlachtfelder. Doch es gab auch Widerstand. Während die Mehrheit der Sozialdemokratie bereits mit der Zustimmung zu den Kriegskrediten 1914 Frieden mit der bürgerlich-monarchistischen Ordnung schloss, traten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg als VertreterInnen des linken Flügels von Anfang an für einen konsequenten und internationalistischen Antimilitarismus ein: als MitbegründerInnen der KPD und federführende UnterstützerInnen der Novemberrevolution 1918/19 blieb ihr Ziel die soziale Revolution. Dieses Engagement mussten sie schließlich im Januar 1919 mit dem Leben bezahlen, als reaktionäre Freikorps sie mit Rückendeckung der SPD-Führung ermordeten.

Mit Thomas Sablowski (Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa Luxemburg Stiftung) wollen wir in einer Mobilisierungsveranstaltung zur Liebknecht-Luxemburg Gedenkdemonstration 2014 über linke Geschichtsauffassungen und die Aktualität des Werks Rosa Luxemburgs angesichts der aktuellen imperialen und militaristischen Politik Deutschlands und einer möglichen Organisierung von Widerstand (in der Dialektik von Reform und Revolution) diskutieren.“

VeranstalterInnen: Siempre*Antifa Frankfurt/M